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Vernetztes Arbeiten und digitale Personas: Die nächste Evolutionsstufe von Enterprise-KI

88 % der Unternehmen setzen regelmäßig KI ein – doch wie wird sie das Arbeiten zukünftig verändern? Planview CEO Razat Gaurav und Kristina Ayanian von Nasdaq gehen der Frage auf den Grund.

Veröffentlicht: von Liz Llewellyn-Maxwell
Vernetztes Arbeiten und digitale Personas: Die nächste Evolutionsstufe von Enterprise-KI

Seit dem Durchbruch von ChatGPT vor drei Jahren hat sich generative KI von einem Nischenexperiment zu einem festen Bestandteil im Unternehmensalltag entwickelt.

Im Bericht „The state of AI in 2025“ von McKinsey heißt es: 88 % aller Organisationen setzen KI inzwischen regelmäßig in mindestens einem Geschäftsbereich ein – ein deutlicher Sprung gegenüber 78 % im Vorjahr. Kurz gesagt: KI ist kein Zukunftsthema mehr, sondern Realität.

Unternehmens- und Technologieführungskräfte sind nun bestrebt, den KI-Einsatz – und somit den ROI – zu skalieren. Was bedeutet dies für die Zukunft von KI? Und welche Rolle spielt Software in einer Arbeitswelt, die zunehmend digital und vernetzt sein wird?

Planview CEO Razat Gaurav erörterte diese Fragen mit Kristina Ayanian von Nasdaq. Gemeinsam wurde beleuchtet, wie KI die Entscheidungsfindung in Unternehmen verändert und welche Bedeutung der Launch von Planview Anvi™ für die nächste Evolutionsstufe von Enterprise-KI hat.

Ganz gleich, ob Sie als Unternehmensführung Ihre digitale Transformation planen oder KI-Lösungen für Ihr Unternehmen evaluieren – dieses Gespräch bietet wertvolle Einblicke und Prognosen zu den Auswirkungen von KI auf die Produktivität, die Teamstruktur und den Unternehmenserfolg.

Hinweis: Die nachstehende Abschrift wurde aus Gründen des Leseflusses und der Klarheit bearbeitet.

Was bedeutet „vernetztes Arbeiten“ und wie hat sich Planview entwickelt?

Razat: Planview wurde ursprünglich als klassisches Start-up in Austin, Texas, gegründet. Unser Ziel war es, Ressourcen, Projekte und Finanzen in einem einzigen System zusammenzuführen. Daraus entwickelte sich eine Plattform für Portfolioplanung und Lean-Agile-Arbeitsweisen.

Mit der Zeit haben wir erkannt: Unternehmen wollen nicht nur Projekte managen – sie wollen jede Form von Arbeit steuern. Also haben wir die Zusammenhänge zwischen Projekten, Produkten, Ressourcen, Finanzen und Ergebnissen sichtbar gemacht.

In Kombination mit neuen Datentechnologien wie Graphen und semantischen Modellen entstand daraus das, was wir heute „vernetztes Arbeiten“ nennen. Diese Grundlage, kombiniert mit all den neuen KI-Funktionen, ist das, was uns heute ausmacht.

Kristina: Sie sind also die Brücke zwischen allen Bereichen eines Unternehmens.

Razat: Exakt. Es geht darum, die strategischen Prioritäten mit der tatsächlichen Arbeitsausführung und den Geschäftsergebnissen zu verknüpfen, einschließlich Ideenfindung, Planung, Umsetzung und Übergaben.

Und all das über unterschiedliche Arbeitsmodelle hinweg – klassisch, agil oder hybrid. Unsere Plattform unterstützt alle Ansätze.

Enterprise-KI in der Praxis: Über 50 Mio. Projekte und echte Ergebnisse

Razat: Mit dem Wachstum und der Skalierung von Planview stieg auch die Anzahl von Initiativen, die über unsere Plattform geplant und verwaltet werden.

Heute unterstützen wir Transformationen im Wert von 400 Mrd. USD – verteilt auf mehr als 50 Mio. Projekte in den letzten Jahren.

Unternehmenskunden aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Fertigung, Versicherung, Telekommunikation, Einzelhandel und Logistik – sie alle verwalten Projekte und Produkte über unsere Plattform, sodass wir über einen enormen Datenschatz verfügen.

Schon vor generativer KI haben wir mit klassischer KI Vorhersagen, Simulationen und Optimierungen ermöglicht.

Mit dem Aufkommen von generativer KI vor gut drei Jahren sind auch wir mit Vollgas eingestiegen und haben etwas entwickelt, das es unseren Kunden ermöglicht, Arbeit neu zu gestalten: eine intuitive dialogorientierte Schnittstelle, die Prozesse automatisiert und die Entscheidungsfindung erleichtert.

Digitale Mitarbeiter:innen: Anvi als Teil Ihres Teams

Kristina: Das hört sich so an, als ob Anvi ein neues Teammitglied für Unternehmen ist. Wie stellen Sie sicher, dass die neue Plattform nur ergänzt und nicht ersetzt?

Razat: Wir betrachten Planview Anvi als eine digitale Persona – ein Teammitglied, wie Sie sagen. Und dieses Teammitglied von heute kann den menschlichen Mitarbeiter:innen assistieren, indem es Arbeit automatisiert und den Menschen ermöglicht, ihren Fokus auf die wirklich wichtigen Aufgaben zu legen.

Im Laufe der Zeit wird Anvi die Form einer digitalen Persona annehmen, die nicht nur Workflows ausführt und auf Prompts reagiert. Anvi wird tatsächlich kontextbezogene Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und menschliches Urteilsvermögen simulieren.

Wir sind bereits dabei, diese Funktionen zu entwickeln – genau wie der Rest der Welt. Schon bald werden Ressourcen nicht mehr nur menschlich gedacht, sondern als hybride Einheiten aus Mensch und KI.

Weitere Informationen: Datenarchitektur: Der Erfolgsfaktor agentischer KI

Mehr Tempo, neue Rollen: Moderne Führung mit KI

Kristina: Sie haben einen wirklich interessanten Punkt angesprochen. Wie wird Anvi Ihrer Meinung nach die Rolle von Führungskräften verändern?

Razat: Führungskräfte können in Zukunft deutlich mehr bewegen – mit höherem Tempo.

Wir sprechen bei der Arbeitsumsetzung oft von „Flow“, ob es sich nun um Projektarbeit oder digitale Arbeit handelt. Die Flow Velocity, also die Geschwindigkeit, kann durch den Einsatz von KI wie Anvi enorm gesteigert werden. Gleichzeitig sehen wir einen klaren Produktivitätszuwachs. Wir messen das sehr konkret – mit klaren Metriken und Instrumenten, gemeinsam mit unseren Kund:innen.

Alle wollen die Antworten sofort. Aber die Realität ist: Diese Entwicklung braucht Zeit. KI wird sehr viel tiefgreifendere Auswirkungen haben – vor allem darauf, welche Rollen es in Unternehmen überhaupt noch gibt und wie sich menschliche und digitale Rollen zueinander verhalten.

Wie sind Unternehmen künftig strukturiert? Ist die Einteilung in Funktionsbereiche noch sinnvoll? Oder müssen wir Organisation komplett neu denken?

Es gibt viele „bekannte Unbekannte“, mit denen wir uns beschäftigen müssen. Und genau das wollen wir verantwortungsvoll tun – mit klarer Governance, hoher Sicherheit und striktem Datenschutz. Das sind die Themen, an denen wir intensiv arbeiten, und zwar gemeinsam mit unserer globalen Community von über 3.000 Unternehmenskunden.

Die Zukunft der Arbeitswelt: Was erwartet uns bis 2035?

Kristina: Wo wir gerade von der Zukunft sprechen: Wo sehen Sie vernetztes Arbeiten in fünf bis zehn Jahren? Und welche Rolle spielt Planview dabei?

Razat: Die kurzfristige Chance liegt ganz klar darin, Geschwindigkeit und Produktivität in bestehenden Arbeitsformen massiv zu steigern. Doch mittelfristig erleben wir die nächste Evolutionsstufe: Digitale Personas – also Agenten wie die von Anvi – werden entweder als vollwertige Teammitglieder agieren oder eine orchestrierende Rolle zwischen mehreren digitalen Agenten und menschlichen Ressourcen einnehmen.

Langfristig wird KI einen immer größeren Teil der Arbeit im Unternehmen übernehmen. Das bedeutet nicht, dass Menschen überflüssig werden – aber ihre Rolle wird eine andere sein als heute.

Auch die Skalierung von Organisationen wird sich grundlegend verändern. Unternehmen können künftig deutlich kleiner sein, und trotzdem eine überproportional große Wirkung erzielen, weil sie auf digitale Agenten und die richtigen Daten zugreifen.

Weitere Informationen: Die Zukunft von KI-Agenten im Unternehmen abbilden

Natürlich betrifft das nicht jede Branche gleichermaßen. KI wird sich unterschiedlich auswirken. In Banken, Versicherungen oder serviceorientierten Unternehmen – also überall dort, wo Wertschöpfung weniger an physische Assets gebunden ist – wird KI einen besonders großen Einfluss haben. In Industrien mit physischer Infrastruktur wird der Wandel anders aussehen. Aber eines ist sicher: Unternehmensarbeit wird neu erfunden.

Letztendlich werden die Veränderungen viele positive Effekte haben. Gibt es Risiken? Braucht es klare Leitplanken und Schutzmechanismen? Definitiv. Aber langfristig bin ich optimistisch.

Als Gesellschaft werden wir die richtigen Regeln finden, um KI so einzusetzen, dass sie einen Mehrwert für Menschen schafft, nicht für irgendeine abstrakte digitale Entität. Das wird gut sein für Individuen, für Organisationen, für Teams – und letztlich für unsere Gesellschaft insgesamt.

Anpassungsfähigkeit: Der wahre Erfolgsfaktor

Kristina: Am Ende läuft alles auf Anpassungsfähigkeit hinaus.

Razat: Exakt. Wir müssen uns anpassen – das hat uns schon Darwin gelehrt. Und das ist leichter gesagt als getan, denn wir Menschen tun uns schwer mit Veränderungen. Ich mag es auch nicht, mich jeden Tag neu zu erfinden. Aber wir haben keine Wahl. Diese Entwicklung fordert unsere Fähigkeiten im Bereich Wandel, Agilität und Anpassung enorm heraus.

Am Ende hilft uns eine einfache Frage: Warum tun wir das eigentlich? Was ist der konkrete Nutzen dieser Veränderung? Wenn wir erkennen, dass jede kleine Anpassung echten Mehrwert schafft, dann werden wir als Gesellschaft die richtigen Entscheidungen treffen.

Kristina: Ich freue mich auf jeden Fall schon auf unser nächstes Gespräch, um zurückzublicken und zu sehen, wie weit wir gekommen sind.

Mehr über KI-gestütztes Arbeiten

Das Gespräch zwischen Razat und Kristina macht eines deutlich: Wir stehen noch ganz am Anfang, wenn es darum geht, die Auswirkungen von KI auf die Unternehmensabläufe zu verstehen. Digitale Teammitglieder und vernetzte Arbeitsplattformen sind bereits Realität, doch jede Organisation wird ihren eigenen Weg finden.

Möchten Sie wissen, wie sich diese Konzepte auf Ihr Unternehmen anwenden lassen? Sehen Sie sich die On-Demand-Demo zu Planview Anvi an und erfahren Sie, wie dialogbasierte KI Ihre Teams dabei unterstützt, komplexe Unternehmensdaten zu verstehen und schneller fundierte Entscheidungen zu treffen.

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Verfasst von Liz Llewellyn-Maxwell Director, Content Marketing

Liz leitet bei Planview das Content-Team für Go-to-Market-Inhalte. Zuvor arbeitete sie bei LeanKit (heute Planview AgilePlace), bevor das Unternehmen von Planview übernommen wurde. Als profilierte Autorin, Redakteurin und Content-Strategin bringt Liz ihre Expertise im globalen Marketing mit besonderem Fokus auf künstliche Intelligenz ein. Sie leitet den Planview Blog und verantwortet eine Reihe wegweisender Inhalte, darunter den State-of-the-Industry-Bericht „Von Projekten zu Produkten“ aus dem Jahr 2024.